DAS IMAGOGRAMM

»In Zeiten der hemmungslosen Vervielfältigung wirkt der Ausdruck wie eine Provokation: ein Unikat« – so beschrieb die Süddeutsche Zeitung das, was andere schlicht die Wiederbeseelung der Fotografie nennen: das IMAGOgramm. Jeder Schritt seiner Entstehung ist Kunst – beginnend in der IMAGO Camera. Diese überrascht den Betrachter mit einem Spiegelbild seiner selbst – seitenrichtig! Und so verkehrt das IMAGOgramm konsequent, was die Ära der Pixelfotografie zur Konvention gemacht hat: Statt Miniaturisierung bietet es ein lebensgroßes Format (62 x 200 cm). Statt Farbrausch kompromissloses Schwarz/Weiß. Der ultimativ analoge Prozess der IMAGOgraphie zelebriert die Magie des Augenblicks. Den der „Selbst-Auslöser“ auch noch selbst definiert. Keine Manipulation oder Wiederholung. Kein Spiel mit den Variablen digitaler Bearbeitung. Der entschiedene Gegenentwurf zur Bilderflut aus Handys & Co. Sie möchten mehr wissen? Download Pressetext

Künstlerische Leiterin Susanna Kraus vor einer Reihe von IMAGOgrammen

Künstlerische Leiterin Susanna Kraus vor einer Reihe von IMAGOgrammen

DIE VISION DES VISUELLEN

»Ich wünschte mir eine GESCHICHTE DES BLICKS. Denn die PHOTOGRAPHIE ist das Auftreten meiner Selbst als eines Anderen; eine durchtriebene Dissoziation des Bewusstseins von Identität. … Doch heute ist es, als ob wir das zutiefst Wahnhafte der PHOTOGRAPHIE verdrängten: Sie erinnert an ihr mythisches Erbe nur noch durch jenes leichte Unbehagen, das mich beim Betrachten „meiner Selbst“ auf einem Stück Papier überkommt.«* Roland Barthes

PRESSESTIMMEN

»Die Irritation ist der Moment, sich selbst mit den Augen des Anderen zu sehen… Eine Selbstinszenierung par excellence« Die Welt
»Sämtliche Portraitierten staunten über die außergewöhnliche Wirkung der Bildnisse, die der eigentümliche Fotokasten hervorbringt. Ein Hauch von Silbergelatine überzieht die großformatigen Bilder wie Weichzeichner. Gleichzeitig wirken die Werke so ausdrucksstark, als handelte es sich um Bühneninszenierungen einer exisentialistischen „Faust“-Inszenierung …« Spiegel
»Spektakuläre Unikate in Lebensgröße« Hamburger Abendblatt
»Im Visier dieses neutralen Kameraauges ist alles möglich: die Pose, das fantasievolle Spiel mit der eigenen Erscheinung oder – mit Mut und Ruhe- die intime Begegnung mit dem individuellen Abbild, einem Bild, dem man im Idealfall gerne und ohne Furcht ins Angesicht blickt.« Photonews
»The Imago camera is part of a small but steady renaissance of analog photography, especially of the ‚instant’ sort.« The New York Times

DIE GESCHICHTE

Nicht jede Revolution beginnt im Keller. Diese entsteht auf einem Dachboden: Zufällig findet die Tochter des Erfinders Werner Kraus 2004 auf dem Speicher des väterlichen Hauses in München einen Karton mit IMAGOgrammen. Ein folgenreicher Fund. Die außergewöhnliche Magie der Bilder lässt die Schauspielerin nicht mehr los. Sie widmet seither all ihre Energie als Künstlerin dieser einzigartigen Lichtmalerei. Zufälle spielten aber auch bei der Entstehung der IMAGO Camera eine kreative Rolle: 1970 bekommt der Forscher Werner Kraus von Daimler-Benz den Auftrag für die fotografische Dokumentation des Wankelmotors. Er konstruiert ein spezielles, extrem lichtstarkes Objektiv für die Abbildung des Verbrennungsvorgangs – im Maßstab 1:1! Sofort ahnt er das künstlerische Potential der Konstruktion. Gemeinsam mit dem Bildhauer Erhard Hößle perfektioniert er die Idee und macht daraus ein weltweit einzigartiges Projekt, das Wissenschaft, Kunst, Handwerk und spektakuläre Selbsterfahrung zugleich ist.

Werner Kraus und Erhard Hößle vor der Original IMAGO Camera, 1974

Werner Kraus und Erhard Hößle vor der Original IMAGO Camera, 1974

DIE CAMERA

Die Camera ist eine „Camera“ im besten Sinn – ein geschlossener Raum (Camera = Lat. Raum, Zimmer) nämlich, der Sie vollkommen umschließt. Hier in der konzentrierten Geborgenheit dieser magischen Kammer beginnt Ihre Reise. Die faszinierende Odyssee an ein Ziel, das lohnender ist als jedes andere: Ihr Selbst.

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Die IMAGO Camera beim Monat der Fotografie Wien (2006)

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An ihrem aktuellen Standort in Berlin Kreuzberg

DAS OBJEKTIV

Die IMAGO ist mit einem eigens für die lebensgroße Abbildung von Objekten konstruierten Objektiv ausgestattet. Es besitzt eine extrem hohe Brennweite. Damit erlaubt es Fotos von Gegenständen im Maßstab 1:1 ohne zu verkrümmen oder zu verzerren – unmittelbar auf das einzigartige direkt-positive Fotopapier. Ursprünglich entwickelt um die Prozesse im Inneren eines Verbrennungsmotors sichtbar zu machen dient es heute dazu, Subjekte sichtbar zu machen. Es ist damit das Ausgangsmaterial des IMAGOgramms.

DAS LICHT

Die außergewöhnliche Ästhetik erzeugt ein für die IMAGO speziell entwickeltet Licht-System. Dieses wurde nach dem technischen Konzept des Erfinders Werner Kraus umgesetzt. Sechs Blitz-Generatoren sorgen für die extrem hohe Lichtintensität, die ein IMAGOgramm erfordert.

DAS PAPIER

Eigens für die IMAGO wurde ein einzigartiges Silber-Gelatine-Positiv-Papier entwickelt. Es ist für die Direktbelichtung bestimmt und reagiert, sobald ein Bild darauf projiziert wird. Dieses Spezialpapier ist Ergebnis einer ausdauernden Forschungsarbeit zusammen mit ILFORD Switzerland. Das Portrait wird auf das Papier belichtet und anschließend entwickelt und fixiert – schon ca. 10 Minuten später ist das IMAGOGRAMM darauf zu sehen. Ein Unikat mit exzellenten Kontrasten vom tiefsten Schwarz bis zum hellsten Weiß. Erfahren Sie mehr über das Fine Art Direktpositivpapier von ILFORD. Download Direktpapier.

DIE AUSSTELLUNGEN

1970/72 Bau der ersten begehbaren Großbildkamera IMAGO für die lebensgroße Abbildung von Menschen. Idee und künstlerische Umsetzung: Werner Kraus und Erhard Hößle. Nach 2 Jahren Fertigung erfolgt die Eröffnung im Rahmen eines großen Kunst-Events für die damalige Münchner Kulturszene.

Haus der Kunst München (1974)

Haus der Kunst München (1974)

1970/78 Verschiedene Standorte und Ausstellungen (Weltausstellung der Fotografie Nürnberg, Photokina Köln, Herbstsalon Haus der Kunst, Neue Sammlung München, Galerie Hartmann, München).

1978 Einlagerung der IMAGO Camera, nachdem die Produktion des speziellen Fotopapiers eingestellt wurde.

2004/2006 Susanna Kraus entdeckt und reaktiviert die begehbare Selbstportraitkamera IMAGO. Ihr gelingt es, ILFORD Switzerland für eine Wiederauflage des Direkt Positiv Papiers zu gewinnen.

2006 Europäischer Monat der Fotografie in Wien. Erste Exposition der IMAGO nach 30 Jahren mit der Ausstellung „Wiens Analytiker in der Black Box“.

2007 „Göttliches Spiel“ Kunsthistorisches Museum Wien, „You_ser century of the consumer“ ZKM Karlsruhe, Prof. Peter Weibel

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Berlin Monat der Fotografie

Göttliches Spiel KHM Wien, 2008

Göttliches Spiel KHM Wien, 2008

2009 „ICH 1:1“, Altonaer Museum Hamburg

2010 „KOCHKUNST“, Galerie unter den Linden, Berlin „ALL-IN-ONE“, griechisches Kulturinstitut, Berlin „Farbwerte“, Gruppenausstellung, Berlin – Shanghai

2011 „Outside-In“, IMAGO Kunstraum am Moritzplatz, Berlin

2012 „Kulturelle Gesten“, Denkerei v. Bazon Brock, Berlin „Imaging without boundaries”, Photokina, Köln, Co-Produktion mit Ilford Switzerland

2013 „IMAGOgrafie“ Eröffnung der „Schaustelle“ temporäre Kunsthalle der Pinakothek der Moderne, München

2014/15 “IMAGOnation” IMAGO Kunstraum am Moritzplatz, Berlin

2016 “Selbstportraits der 70er Jahre” Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie, IMAGO Kunstraum am Moritzplatz, Berlin

“TOUCHED – Craftsmanship in Contemporary Photography” Gruppenausstellung kuratiert von Anton Corbijn, Unseen Photo Festival, Amsterdam

FREUNDE UND FÖRDERER

Ohne die Unterstützung bestimmter Personen und Firmen wäre die Wiederaktivierung der Kamera nicht möglich gewesen. Für ihre nicht enden wollende Leidenschaft und Liebe zur IMAGO bedanken wir uns mit einem herzlichen „Licht auf allen Wegen!“ bei folgenden Personen und Firmen: — Ilford Switzerland — Harman Technology, England  — Photokina/Messe, Köln — Connecting Images, Berlin — Die Photoautomaten, Berlin — Lomographische Gesellschaft Wien — Thomas Schenck (SM Filmdienst) — Florian Hufnagel (Pinakothek der Moderne, München) — Peter Weibel (ZKM Karlsruhe) — Gottfried und Gerda Haberer — Dieter Rehm (Akademie der Künste) — Stefan und Lisa Boerger (Delicut) — Christoph Kardinal Schönborn, Wien — Die Wiener & Münchner Truppe der Anfangsstunde — Severin Matusek — Christoph Santner von RealMakers, Wien — Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD, Architektur Kunstraum, — Vertrieb Fotopapier DPP Hans O.Mahn GmbH, MACO PHOTO PRODUCTS

Und nicht zuletzt geht der größte Dank an die Erfinder und Erbauer Werner Kraus und Erhard Hößle

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